©Michaela Schabel
Mit dem Beatles-Song „Try With a Little Help From My Friends“ eröffnen „The X Tenors“ ihre Showpremiere. Der Song ist Konzept für die acht Tenöre, die sich…
über die Produzentin Julia Maria Jochheim seit vielen Jahren aus verschiedenen Formationen kennen. Das neue Label „The X Tenors“ verleiht der Show etwas Geheimnisvolles. Was erwartet den Besucher?
Unwillkürlich denkt man an „Die drei Tenöre“, Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras, die mit Opernarien und folkloristischen Liedern weltweit große Hallen füllten.
„The X-Tenors“ imitieren nicht. Sie fusionieren Pop und Oper zu „Popera“ als neues Showformat. Auf dem Programm mit zwei Dutzend Songs stehen internationale, vor allem englische und italienische Evergreens und populäre Opernarien aus „Figaros Hochzeit“, „Rigoletto“ und „Turandot“. Witzig abgeändert und poppig interpretiert verschwimmen die Grenzen zwischen Klassik und Pop.
Eine sechs-köpfige Band, zwei E-Gitarren, Schlagzeug, Saxophon, Keyboard und Geige, sorgt für einen soliden Backgroundsound und wechselt bei Arien und solistischen Songs adäquat auf Flügel und Querflöte.
Hinzu kommt eine durchchoreografierte Tanzperformance, die auf der gestuften Showbühne des Estrel mit stimmungsvollen Lichteffekten und über fünf große Livevideos multipliziert bestens zur Wirkung kommt. Geballte Männlichkeit von der ganz sympathischen Art.
Man spürt die Begeisterung, mit der jeder Einzelne dabei ist, das Wohlwollen in den gegenseitigen Moderationen und der bewundernden Aufmerksamkeit bei den Soli der anderen.
Faszinierend ist die stimmliche und persönliche Individualität dieser acht Tenöre aus sechs verschiedenen Ländern: Johannes Beets und Karl Grunewald (Deutschland), Gareth Evans und Joshua Smith (Großbritannien), Dónal Brennan (Irland), Daniele Alan Carter (Italien), John Ellis (Australien, Julian Quijano,(Kolumbien).
„The X Tenors“ funken vom ersten Song an. Dramaturgisch gut konzipiert stimmt Frank Sinatras „New York, New York“ auf die Glitzerwelt dieser Crossover-Show ein und fordert über das Partisanenlied „Bella Chiao“ zum Mitklatschen auf. Die Refrains, von verschiedenen Stimmen gesungen, eröffnen die Vielfalt der Timbres, die in den folgenden Soli ihr Potenzial noch deutlich steigern. Jeder darf sein Lieblingslied singen, die anderen lauschen berauscht. Je später der Abend, desto flotter werden die Songs und steigern sich über ein Michael-Jackson-Medley zum großen Elvis-Presley-Rock’n’Roll-Finale.
Schade ist nur, dass die Technik zu sehr aufmischt. Mit weniger Dezibel wären die Stimmen noch attraktiver.
Zu erleben sind „The X Tenors“ im Estrel-Showtheater, Sonnenallee 225 vom 3.–5. April und vom 24.–26. August.












