©Michaela Schabel
Zwischen wuchtigen Stahlskulpturen und plastischer Ölmalerei auf Aluminium trifft…
der poetische Ausstellungstitel voll ins Schwarze. Beide Künstler, Jörg Bach und Thomas Kitzinger, umarmen mit unterschiedlichen künstlerischen Methoden die Leere, formen sinnlich plastische Werke, in denen der Betrachter die „umarmte Leere“ meditativ erlebt.
Labyrinthisch greifen in Jörg Bachs „Höhlenblock“ Cortenstahll-Teile ineinander. Je nach Standort des Betrachters ergeben sich Blicke auf die dunkle, archaisch patinierte Außenhaut, deren Inneres geheimnisvoll verborgen bleibt, und auf helle Durchlässe, in denen man auf die Realität rundherum fokussiert. In anderen Arbeiten schichtet Bach Cortenstahl spiralförmig zu skulpturaler Erhabenheit aufeinander, die aus jeder Perspektive andere figurative Assoziationen zulässt. In Edelstahl gelingen durch die Spiegelungen elegant gebogener Oberflächen lebendige „Wasserspiel“-Assoziationen und „Reflektor“-Variationen.
Thomas Kitzinger ist ein Meister gemalter Plastizität. In einem langwierigen Prozess trägt er Harzölfarbe auf Aluminiumplatten auf, ohne dass ein persönlicher Pinselstrich erkennbar wird. Wie in einem Aquarium soll das Bild eine Wirklichkeit zeigen, die sich außerhalb des Betrachters befindet. Einfache Alltagsgegenstände wie Vasen und Teller bekommen in leuchtenden oder nachtdunklen Farben vor konträrem oder komplementär farbigem Hintergrund, eine künstlerische Aura. Durch harmonische Lichteffekte und Kitzingers hyperpräzise Malweise werden Materialien und Lasuren haptisch erfahrbar. Agaven und Kakteen entfalten sich im Großformat zu magischen Pflanzen, ganz nah gezoomt in abstrahierte geometrische Strukturen oder kosmische Energiestrukturen. Völlig losgelöst vom Gegenständlichen schweben diese amorph verschlungenen Gebilde in expressiven Spektralfarben wie Raumsonden durch das All.
Die Ausstellung „Die Leere umarmen – umarmte Leere“ ist noch bis zum 21. Februar 2026 in der Galerie Schmalfuss, Knesebeckstraße 11, Berlin zu sehen.












