©Michaela Schabel
Dicht gedrängt schieben sich Menschenmassen durch die Hallen der „Grünen Woche“. Entsprechend ist das Angebot…
auf die Konsumgewohnheiten der Besucher:innen ausgerichtet, viel Käse, Wurst und Alkohol ohne Ende, umrahmt von Tierschauen, Reitveranstaltungen, Musikgruppen und der farbenfrohen Blumenhalle.
Der Reiz der „Grünen Woche“ liegt in den landestypischen Varianten und Besonderheiten, die man auf zwei kulinarischen Touren entdecken kann, entlang der präsenten Bundesländer und internationalen Staaten. Man kostet sich durch die Welt und stellt dabei doch sehr viele Ähnlichkeiten fest und extreme Unterschiede in der Präsentation. Marokko präsentiert seine Produkte, in erster Linie Arganöle und Datteln vor großräumig orientalisch-exotischer Kulisse. Kasachstan gelingt über „Talkan“, Hirsepulver, das man in Wasser aufrührt, den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen.
Erstaunlich ist, dass auch die Ukraine vertreten ist. Die Unternehmen präsentieren ihre Waren, um westliche Wirtschaftskontakte zu knüpfen. Die Ukraine, einst der „Brotkorb der Sowjetunion“, präsentiert sich nicht nur mit Getreideprodukten, sondern vor allem als Weinland.
Man muss Geduld aufbringen, um die Besonderheiten und kleinen Start-ups zu entdecken, und man fragt sich, wie und für wen diese Angebote sinnvoll sind – beispielsweise tschechische Brot-Chips als Bierbegleitung, die so salzig sind, dass man unbedingt noch ein Bier trinken möchte. Berge von Süßigkeiten in unterschiedlichsten Farben und Konsistenzen, Coca-Cola und Fastfood signalisieren alles andere als eine gute Ernährung.
Während viele Branchen wachsen, schrumpft die Bio-Abteilung. Das Angebot hat sich reduziert. Es beschränkt sich auf die Präsenz der großen Supermarkt-Ketten, die ein kleines Sortiment an Bioprodukten anbieten und auf die Vertreter der drei großen Labels Demeter, Bioland und Naturland. Für die Produzenten von Lebensmitteln in Bioqualität scheint sich die „Grüne Woche“ nicht mehr zu lohnen.










