München – Johnny-Cash-Musical „Ring of Fire“

Musical "Ring of Fire" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Reinhard Reidinger

Musicalfans dagegen wurden enttäuscht, ein  paar Tanzschritte, Positionswechsel und weit greifende Armbewegungen mit Pflastersteinen beim „The Prison Concert“ ist das Maximum von Sherry Lutkens Choreographie . Die US-Produktion aus der Feder von Richard Maltby Jr. und William Maede präsentiert sich als Bandshow Die gecasteten Darsteller oszillieren zwischen Familien- und Bandmitgliedern.

Johnny Cashs Lebensgeschichte ergibt sich aus der geschickt ausgewählten Songfolge und Johnny Cashs Reflexionen dazwischen. Ihn interpretiert David M. Lutken, gleichzeitig musikalischer Leiter, vom soliden Familienvater zur Kultfigur als Man in Black.

Musical "Ring of Fire" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Susanne Brill

Der erste Teil beginnt trotz der ärmlichen Verhältnisse sehr fröhlich im familiären Kreis. Dazu passt die kleine rustikal verbretterte Bühne im renommierten Silbersaal  des Deutschen Theaters  plakatiert mit nostalgischen Schwarz-Weiß-Fotos. Den Auftritten in Memphis folgt der Durchbruch über die legendäre US-Radioshow im „The Grand Ole Opry“ in Nashville. Mit dem Song „Jackson“ scheint die Show zu funken, doch „Ring of Fire“, der Titelsong vor der Pause, bremst schon wieder ein. Man muss schon spezieller Country-Musik-Fan sein, um sich von weiteren sehr ähnlichen 14  Songs verteilt auf  „Johnny Cash Show“, „The Prison Concert“, „Redemption“ und „Epilogue“ mitreißen zu lassen.

Trotz der sympathischen Ausstrahlung der Band, ihrer musikalischen Qualität instrumentalen Vielseitigkeit, drei E-Gitarren und  Banjo, Mund- und Ziehharmonika, Geige und Kontrabass, Klavier, Trompete und Schlagzeug stellt sich akustische Langeweile ein, von der optischen ganz  zu schweigen.