Landestheater Niederbayern – Das Abschiedsdinner

Theaterkritik "Das Abschiedsdinner" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

Auf der Bühne in T-Form mitten in die Zuschauerreihen  hineinragend erlebt das Theaterpublikum einmal mehr eine heitere Komödie im Salzstadel, der sich als neue Studiobühne des Landestheater Niederbayern atmosphärisch recht gut für Boulevardtheater im kleinen Kreis eignet. Regisseur Claus Tröger kreiert zusammen mit Uwe Niesig für Matthieu Delaports & Alexandre de La Patellières Komödie „Das Abschlussdinner“  ein gemütliches Wohninterieur zwischen Flügel, Bücherregalen und Couch und weitet die Wohnung bis zur Einlasstür und Galerie.

Unter Claus Trögers präziser Personenregie bringen die versierten Schauspieler jede Pointe des Stücks wirkungsvoll auf die Bühne. Clotilde, mit  Katharina Elisabeth Kram eine resolute Ehefrau voller Esprit, als Gastgeberin dezent elegant mit besten Manieren, hat in jeder Situation die Hosen an. Sophisticated dirigiert sie ihren Mann, mit Jochen Decker ein etwas verplanter, witziger Wirrkopf, genau dahin, wo sie ihn haben will, schlägt mit der Klaviatur des Flügels die Tonstimmungen an, die ihr gefallen, kurzum macht, was sie will und setzt sich immer durch.
Jochen Decker im Zebrahemd ist der liebenswürdige Pantoffelheld schlechthin, ein Komikerunikum mit unendlich vielen Facetten. Als Antoine, von Olaf Schürmann treffsicher  als muffelnd heruntergekommener Freund und egozentrischer Psychopath in Szene gesetzt, das Spiel durchschaut, wird  „Das Abschiedsdinner“ zum Bumerang. Jetzt gibt Antoine  die Spielregeln vor, spiegelt Pierre  in seinen Lebensfrustationen, bringt ihn im Rollentausch  und durch sein sexuelles Vorleben in die Bredouille  und lässt gerade in diesem emotionalen Chaos die alte Freundschaft wieder aufflammen, was einen herrlich amüsanten Schlagabtausch ergibt, in dem Jochen Decker brillant alle Register der Komik zieht, Katharina Elisabeth Kram als eifersüchtige Clotilde  nur ganz kurz die Contenance verliert und Olaf Schürmann nach einem Allergieanfall Antoines Normalisierung vorantreibt. Ein amüsantes Stück, bestens ausgeleuchtet durch das sympathische Trio!