Vorankündigung – „Musik der Welt in Bewegung“ – 17. Niederrhein Musikfestival 2021 

Niederrhein-Musikfestival präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Schloss Dyck©Angela van den Hoogen

Das Niederrhein Musikfestival startet am 13. Juli in Viersen temperamentvoll mit einer „Bomba!“, mitreißender Musik aus Puerto Rico, die am 22. August ein zweites Mal in der hervorragenden Akustik von Schloss Dyck zu hören sein wird. Die Musik Puerto Ricos wurde vor mehr als 400 Jahren von afrikanischen Sklaven geprägt, die die Spanier dorthin brachten. Durch die Musik konnten die Afrikaner kommunizieren. Durch die Fusion mit spanischen, latein- und US-amerikanischen Elementen entstand Puerto Ricos musikalisches Markenzeichen. Tänzerin Claudia Ortiz Arraiza zeigt im Innenhof von Schloss Dyck, wie man mit Körperbewegungen und flutenden Rockmassen mit den Musikern interagiert.

Das Rittergut Birkhof, schon im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt, bietet am 15. August ein herrliches Ambiente für den „Zauber der Alhambra“, eine Neuproduktion, die einen Bogen vom spanischen Renaissance-Komponisten Diego Ortiz über die Zarzuela, die spanische Operettenvariante, bis hin zu spanischen Klassikern und iberisch inspirierten Kompositionen schlägt. In Kombination mit Washington Irvings „Tales of the Alhambra“ (1829) und eine eigens für dieses Konzert arrangierte Choreographie entsteht ein kleines Gesamtkunstwerk der besonderen Art.

Der begeisterte Schlachtruf des Festivals „UWAGA!“ ertönt am 29. August auf Schloss Dyck, wenn Klassik und Jazz aufeinandertreffen, ein klassischer Violinvirtuose und ein Jazzgeiger zusammen mit einem Akkordeonisten und einem Bassisten überaus rasante und emotionale Balkanmusik auf die Bühne bringen.

Neugierig darf man auch auf Rosani Reis sein. Die vielseitig begabte Brasilianerin studierte ab 1980 in Belo Horizonte Gesang, Klavier und Schauspiel und übersiedelte zehn Jahre später nach Deutschland, um an der Folkwang-Hochschule Jazzgesang zu studieren. Am 4. September wird sie im Museum für bäuerliche Geschichte und Kultur zur Botschafterin brasilianischer Musik, gemeinsam mit ihrem Sohn, dem erfolgreichen Pianisten Noah Reis-Ramma, und ihrer Tochter, der Sängerin und Perkussionistin Luna Reis-Ramma.

Wenn Querflötistin Anette Maiburg die Initiatorin des Niederrhein Festivals zusammen mit dem argentinischen Komponisten und Bandoneonspieler Marcelo Nisinman in der Kirche von Mönchengladbach-Wickrathberg ihre „Diálogos de amor“ aufführt, erfüllt sie sich selbst einen langgehegten Wunsch, wunderbare musikalische Dialoge über die Liebe nach Kompositionen von Dietrich Buxtehude, John Dowland, Kurt Weill, Juan Carlos Cobián, vor allem auf die Stücke von Astor Piazzolla darf man gespannt sein. „Tango is art, new art, not just „that Tango…“ so die verheißungsvolle Grundeinstellung von Marcelo Nisinman. 

Anette Maiburg, Intendantin des Niederrhein-Festivals ©Harry Vorsteher

Ungewöhnlich ist auch die dritte Neuproduktion des diesjährigen Niederrhein-Musikfestivals am 25. September in der Langen Foundation. „Metamorphosen in Bewegung und Klang“ wandelt sich auf der textlichen Grundlage  von Ovids „Metamorphosen“ und Franz Kafkas „Verwandlung“ in einen faszinierenden Abend aus einer phantasievollen Collage aus Musik, Texten, Choreographie Tanz (Eleanor Freeman) und Licht. 

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„Metamorphosen in Bewegung und Klang“ ©Emil Zander

Das Finale bildet in diesem Jahr eine Lektion aus der Reihe „Türkisch für Fortgeschrittene – Wechselspiel zwischen Orient und Okzident“, die ursprünglich für den vorigen Herbst geplant war und nun am 24. Oktober 2021 im Düsseldorfer Robert-Schumann-Saal Premiere feiert. Der Schauspieler Adnan Maral und die Musiker des Niederrhein Musikfestival geben einen Einblick in die Welt der komplexen orientalischen Harmonien und Rhythmen, die viel facettenreicher sind als man sie von Popular- und Bauchtanzmusik her kennt. 

Bei den diesjährigen Werkstattkonzerten, die bei keinem Niederrhein-Festival fehlen dürfen, bekommt das Publikum Einblick in die Arbeit der Künstler, speziell in die Erarbeitung des Spanien-Programms. Interessierte können hautnah miterleben, wie Konzerte geprobt werden. Der Eintritt zu den Werkstattkonzerten ist frei, es wird aber um online-Anmeldung über die Webseite gebeten. 

Bei den Workshops können SchülerInnen ein Land über dessen Lieder, Texte, Rhythmen und Instrumente erleben, die die Musiker des jeweiligen Landes anschaulich mit viel Humor und Wissen präsentieren. 

Für alle, die das Niederrhein Musikfestival auch daheim erleben wollen, produziert Regisseur Axel Fuhrmann einen atmosphärischen Film, in dem er den Musikern über die Schultern schaut und die Neuproduktionen des Jahres 2021 einfängt. 

Ab 1. Juli beginnt der Kartenverkauf.