Landshuter Residenz – „Mozart Heroes“

schabel-kultur-blog.de präsentiert Konzertkritik Mozart Heroes

Cellist Chris und Gitarrist Phil kennen sich von der Musikhochschule in Luzern, gingen eigene Wege und fanden sich wieder, komponierten Miniscores für Film und Werbung und stehen jetzt da, wo sie ihre Zukunft sehen, auf der Bühne. Ihre erste CD „On Fire“ erschien im vergangenen Herbst. Seitdem touren sie durch die Schweiz, zunehmend durch Deutschland, um das Publikum für ihre „Rockin´ Musical Worlds“ zu begeistern.

Auch wenn es einige Zeit dauerte, bis die Soundabmischung beim Sommerkonzert in der Landshuter Residenz passte, wurde  schnell deutlich, dass diese beiden sympathischen Musiker das Publikum begeistern können. Label, Sound und Show haben Potential zur Karriere.

Schon die Optik signalisiert gekonnte eine gekonnte und gleichzeitig sehr individuelle Crossover-Inszenierung. Zum einen vermitteln die beiden Musiker in Jacketts auf  Barockstühlen die Eleganz klassischer Konzerte, gleichzeitig signalisieren Nebelschwaden, poppig chargierende Lichteffekte rockig fetzige Bewegungsposen Rockatmosphäre im Stil von Guns n´Roses.

Mit 18 Titeln interpretieren die Mozart-Heroes neben Mozart, Bach, Vivaldi, Orff, Brahms, Tschaikowsky kombiniert mit Metallica, Iron Maiden, Depeche Mode, AC-DC, Muse, um nur die Wichtigsten zu nennen.

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©Michaela Schabel

Am besten kommt die Virtuosität der „Mozart-Heroes“ in ihren Soli zur Wirkung, Phil als exzellenter Interpret der spanischen Gitarre und wilder Elektrogitarrist, Chris als klassischer Cellist mit sonorer Tiefe, melancholischen Farbklang und leidenschaftlichen Temperament. Aber nur Klassik wäre ihnen zu langweilig. Sie wollen mehr Drive und fanden ihren ganz eigenen Stil.

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©Michaela Schabel

Sie fusionieren nicht nur unterschiedlichste Musikstile, sondern machen die Unterschiede  deutlich, gleitend, unterlegt durch Rhythmik-Loops oder kantig ohne Übergang. What is what? Das ist bei jeder Nummer die große Quizfrage.

Selbst sehr bekannte Werke wie  Vivaldis „ Vier Jahreszeiten“ fangen plötzlich an eine Dimension stärker zu pulsieren, geben als Hard-Rock-Version Gas. Nach diesem ständig alternierenden Muster zwischen klassischem Melodiespiel, rockigen Riffs und mitreißenden Beats  bis zum cinematischen Soundtrack  a la „Games of Throne“ funktionieren die meisten Stücke. Das groovt ab, sobald die Technik die Open-Air-Akustik im Griff hat, die Schlagzeug-Loops nicht mehr die Livemusik zudecken, der Farbklang der Instrumente besser zur Wirkung kommt. Das ist mitreißender Crossover, bis die Saiten reißen.

Von den „Mozart-Heroes“ wird noch zu hören sein.

Michaela Schabel