Wuppertal – „Hansjörg Voth, Ingrid Amslinger. Zu Wasser und zu Lande“ im Heydt-Museum 

Ausstellung "Hansjörg Voth" in Wuppertal präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de i

„Himmelstreppe“ (1985) ©VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Die Ausstellung spannt einen Bogen von den beeindruckenden Großprojekten bis hin zu feinen Arbeiten auf Papier, die bis 2007 entstanden sind. Die retrospektive Zusammenstellung beleuchtet Voths über Jahrzehnte währende künstlerische Arbeit und Entwicklung und zeigt, wie intensiv und medial vielseitig sich der Künstler mit Themen wie Natur, Zivilisation, Mensch und Umwelt auseinandersetzte.

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„Reise ins Meer“ (1978) © Ingrid Amslinger

Acht seiner spektakulären Großprojekte werden anhand von Zeichnungen, Modellen und Fotografien in der Ausstellung dokumentiert, denn die Existenz der Werke war zeitlich begrenzt.

Kosmische und archaische Ideen und Symbole zeichnen Hansjörg Voths Schaffen aus. Die Architekturen in ungewöhnlichen Landschaften, insbesondere in den Wüsten Marokkos entwickeln eine zeitlose Ästhetik, die in brillanten Schwarz-Weiß-Fotografien  Ingrid Amslingers mit exzellenten Licht-Schatten-Wirkungen sehr poetisch zur Wirkung kommen. Natur und Mensch stehen in einem existentiellen Verhältnis, das von Ausgewogenheit und Harmonie bestimmt ist.  

Neben den Großprojekten Voths präsentiert die Ausstellung freie Zeichnungen, Aquarelle und Materialbilder, die während Voths Aufenthalten in den Bauskulpturen „Himmelstreppe“, „Goldene Spirale“ und „Stadt des Orion“ in der marokkanischen Marha-Ebene entstanden sind. Über 20 Jahre verbrachte Voth die Wintermonate dort. 

Der Zeichnungszyklus „Jenseits der Zeit“ besticht durch eine fast poetische Ausdruckskraft und verhandelt existenzielle Fragen, die der Künstler packend umsetzt. Die Materialbilder bestehen aus vor Ort gefundenen Werkstoffen wie Lehmerde oder Asche und zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit der Wüste. Durch die Retrospektive wird deutlich, wie intensiv sich Hansjörg Voth mit Natur „Zu Lande und zu Wasser“ und der Zivilisation auseinandergesetzt hat.

Die Ausstellung ist bis 13. September 2020 im Wuppertaler Heydt-Museum nach Lockerung der Pandemie-Maßnahmen zu sehen.