Stuttgart – Ausstellung „Die ganze Welt ist Farbe“ in der Staatsgalerie

Ausstellung "Ida Kerkovius" in Stuttgart präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Pastell II auf Grün ©Kerkovius Archiv Wendelstein

In Riga im Jahr 1879 geboren, lernt Ida Kerkovius im Jahr 1903 in Dachau Adolf Hölzel kennen und folgt ihm 1908 als Schülerin an die »Königlich Württembergische Akademie der Bildenden Künste« nach Stuttgart. Später wird sie seine Assistentin und unterrichtet  an der Akademie  Johannes Itten und Oskar Schlemmer, bei denen sie selbst nur wenige Jahre später als Studentin am Staatlichen Bauhaus in Weimar in den Unterricht geht. 

Hölzel weiß ihre Eigenheit zu schätzen: „Sie macht meine Lehre, aber komisch, sie macht ganz andere Sachen.“  Sie selbst, mit vielen Einflüssen konfrontiert, bekennt sich zu keiner Kunstrichtung. Sie folgt ihren eigenen Gefühlen, um ihnen „Gestalt, Qualität und Ausdruck zu geben.“

Später Zwischen 1920 und 1923 studiert sie in den Wintersemestern in Weimar, wo sie besonders die Lehren von Wassily Kandinsky und Paul Klee inspirieren.  Immer wieder entdeckt sie neue Möglichkeiten mit bildnerischen Mitteln und Farbe umzugehen. Gerade in ihren Pastellarbeiten entwickelt sie eine emotionale, farbenprächtige Bildsprache, die den Betrachter auf einer sinnlichen Wahrnehmungsebene mit einbezieht. Für Ida Kerkovius entsteht das Bild, egal ob auf Stoff oder Papier, aus der Farbe heraus. „Meine Welt ist die Farbe, in ihr kann sich meine Phantasie ganz entfalten“, bekennt Ida Kerkovius. 

Ausstellung "Ida Kerkovius" in Stuttgart präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Violett mit Kreuzform ©Kerkovius Archiv Wendelstein

In der Zeit des Nationalsozialismus hielt sie sich mit dem Weben, das sie im Bauhaus gelernt hatte,  über Wasser. Im Jahr 1944 wurde ihr Atelier in Stuttgart ausgebombt, so dass kaum noch Arbeiten aus den frühen Jahren existieren. In der Nachkriegszeit zählte Ida  Kerkovius zu den wichtigsten Künstlerinnen Deutschlands.

Die Laufzeit der Ausstellung, bislang bis 7. Juni, wird neu festgelegt werden, sobald absehbar ist, wann die Staatsgalerie wieder öffnen kann.