Schwandorf – „Kunstschatz: Künstlernachlässe und Künstlerinitiativen“ im Oberpfälzer Künstlerhaus

Ausstellung Schwandorf präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de
©Schaulager Adlmannstein
Sammler, Stiftungen, Vereine, Museen sorgen bei berühmten Künstlern dafür, dass der Nachlass penibel registriert und regelmäßig ausgestellt wird. Auf regionaler Ebene ist das wesentlich schwieriger, weil Gelder, Räumlichkeiten, auch die Nachfrage oft fehlen. Was passiert, wenn der Künstler stirbt? Wohin mit den ganzen Bildern und Skulpturen? Geht dann das Licht aus à la Jim Morrisons Song „Turn Out The Lights“ Am Beispiel von sechs repräsentativ ausgesuchten Künstlern vermittelt die Ausstellung“ Kunstschatz: Künstlernachlässe und Künstlerinitiativen“ im Künstlerhaus Oberpfalz die Nachlass-Problematik und bietet gleichzeitig eine facettenreiche Werkschau.
Karl Aichinger (1951-2014) lebte und wirkte in Weiden, wo derzeit nur wenige Bilder gelagert sind. Neben Gemälden, Grafiken und Skulpturen schuf er in seinem Atelier in Weiden Fotografien, Filme und CD-Cover, vor allem für Produktionen der Donaueschinger Musiktage. Der größte Teil befindet sich bei seinem Sohn David Aichinger in Mecklenburg-Vorpommern. Die Arbeiten für die Ausstellung nach Schwandorf zu fahren wäre allerdings zu kostenaufwändig gewesen.
Dasselbe Modell der Nachlassverwaltung durch den Sohn gilt für Wolfgang Keuchl (1952-2005). Er war künstlerisch ein Autodidakt und beschäftigte sich in seinen Polaroid-Arbeiten und plastischen Werken vor allem mit der Suche der menschlichen Existenz nach Halt und dem Aufbegehren gegen die Zwänge der eigenen Lebenswelt. Durch viele Ausstellungen machte er über die deutschen Grenzen hinaus auf sich aufmerksam.
Die umfangreichen grafischen und plastischen Arbeiten Ludwig Gebhards (1933-2007) zu verwalten hat sich seine Frau Conradine Gebhard zur Lebensaufgabe gemacht. Ganz anders ist das bei Max Bresele (1944-1998) und Susanne Böhm. Der Kunstverein Weiden konnte den umfassenden Nachlass mit Objekten, Malerei, Filmen und Schriften über das Max-Bresele-Museum retten, in dessen Räumen seine Arbeiten, die um die Bedrohung von Körper und Seele des Menschen kreisen, ständig präsent sind.
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©Christina Lanzl

Ein Teil seines Werks befindet sich im „Schaulager“ Adlmannstein, wo auch die farbintensiven expressiven Bilder von Susanne Böhm (1946-2000) ausgestellt werden und man Werkverzeichnis, Kataloge, Ausstellungen sorgfältig verwaltet.

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Den mächtigen Nachlass des britischen Malers, Rockmusikers und Dichters Kevin Coyne (1944-2004) betreut Stefan Voit. Mehrere tausend Zeichnungen und Acrylarbeiten lagern in Nürnberg ein. Inzwischen ist erstmalig ein Katalog erschienen. Ein Werkverzeichnis ist in Arbeit.

Natürlich sind die Nachlassverwalter interessiert Arbeiten zu verkaufen. Interessenten finden im Künstlerhausteam oder über  Stefan Voit professionelle Beratung.

Die Ausstellung „Kunstschatz: Künstlernachlässe und Künstlerinitiativen“ im Oberpfälzer Künstlerhaus ist noch bis 19. Dezember zu sehen.