Salzburger Museum der Moderne – 30 Jahre Generali Foundation 

michaela Schabel berichtet für schabel-kultur-blog über die Ausstellung im Museum der Moderne in Salzburg

Unter den vielen Kunstsammlungen hat die Generali Foundation einen ganz besonderen Stellenwert. Sie sammelt in erster Linie kritische Arbeiten von noch weniger bekannten Künstlern. Inzwischen umfasst die Generali Foundation Sammlung 2100 Werke von 250 Künstlern. Seit ihrer Gründung 1988 hat sie mehrere 100 Ausstellungen organisiert, ab 2014 in Kooperation mit dem Salzburger Museum der Moderne.

Die aktuelle Ausstellung „30 Jahre Generali Foundation“ präsentiert einen interessanten Dialog zwischen den Ereignissen von 1918, 1938 und 1968, die  radikale gesellschaftliche Veränderungen bewirkten.  Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wird die Österreichische Republik ausgerufen. 1938 findet Österreichs Anschluss an Hitler-Deutschland statt. In der 1968er-Bewegung rebellieren Künstler gegen den Vietnamkrieg, für die Gleichberechtigung der Frau, sexuelle Freiheit.

Anhand von 60 Werken von 30 Künstlerinnen, darunter auch Klassiker wie Otto Dix expressive Radierungen „Der Krieg“ aus dem Schützengraben,beleuchten die Kuratorinnen Sabine Breitwieser und Antonia Lotz die Zusammenhänge zwischen diesen Zeitepochen.

michaela Schabel berichtet für schabel-kultur-blog über die Ausstellung im Museum der Moderne in Salzburg

©Bildrecht Wien

Momunental schiebt sich Hans Haackes 2-teilige Hakenkreuz-Plakat-Installation „Und ihr doch gesiegt in den Vordergrund“.

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©Generali Foundation, Bildrecht Wien 2018, Foto: Werner Kaligofsky

Martha Roslers in Planzen geschnittenes Flugzeug, Metapher für den Vietnamkrieg, weitet sich im heutigen Kontext zur Kritik an der extremen Mobilität und der damit verbundenen Umweltverschmutzung.

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©Generali Foundation, Foto: Werner Kaligofsky

Zu sehen sind auch die beiden Neuerwerbungen des Museums, Renée Greens „Space Poem #5“ und Isa Rosenbergers Installation „Espiral“ (Titelbild).

Durch Zitate, in großen Lettern als Laufbänder in den fünf Ausstellungsräumen werden die unterschiedlichen Zeitepochen gleichzeitig aus drei Perspektiven reflektiert. Das beginnt 1918 mit der „Universellen Ratlosigkeit“ über Karl Kraus berühmten Satz „Mir fällt zu Hitler nichts ein“ bis zur Euphorie der 68-er Jahre „We Can Change the World“.

Auch wenn etliche Arbeiten der 68er-Bewegung schon im Museum der Moderne zu sehen waren, ergeben sich jetzt durch die Einbettung in die historische Chronologie neue Synergie-Effekte. Die rechtsradikalen Tendenzen unserer Tage machen vor dem Hintergrund dieser Ausstellung noch nachdenklicher.

Michaela Schabel