Salzburg – „Die Spitze des Eisbergs“ im Museum der Moderne

Ausstellung in Salzburg "Die Spitze des Eisbergs" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel 

Wandschriften verweisen bewusst auf die Bedeutung weißer Wände als leere Seiten. Boden und Decke  sorgen für die Geschlossenheit eines Raumes,  sperren Unruhe und Geschäftigkeit des Alltags aus. So kann  Kunst in Interaktion mit dem Raum und anderen Werken  bestens und immer wieder anders zur Wirkung kommen.

Als Gegenbeweis fungiert eine ständig präsente Melodie als Background, die wenn auch sehr subtil gepfiffen, schon nach kurzer Zeit sehr stört. Ähnlich konterkarierend demonstriert ein großes Lagerregal in der zweiten Etage mit dicht nebeneinander gestapelten  Skulpturen, wie wichtig es ist, jedem Kunstwerk genügend Raum zu lassen, damit es seine Aura entwickeln kann. 

Ausstellung in Salzburg "Die Spitze des Eisbergs" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel 

Überhaupt nicht nachvollziehbar ist, dass manche Skulpturen an der Wand angeordnet sind, wodurch das 3-dimensionale Erlebnis unnötig eingeschränkt wird. 

Interessant ist die Frage nach den Frauen in der Kunst Österreichs . Nur eine Handvoll Namen kann das Museum der Moderne präsentieren. In Martha Jungwirth grauen Liniengewirren sind Haushaltsmaschinen zu entdecken, Margret Bilger gelingen in unterschiedlichen Aquarelltechniken atmosphärische Landschaftsstimmungen. Florentina Pakosta kristallisiert in ihren Porträts Machtverhältnisse heraus. In facettenreichen Komplementärfarben und plastischen Farbauftrag lässt Traudel Pichler  trotz aller Abstraktion Landschaften oder figurative Narrative assoziieren. Von Österreichs bekanntester Malerin Maria Lassnig ist allerdings nur eine Bleistiftzeichnung im Bestand und die hängt unauffällig irgendwo dazwischen, als wolle man vertuschen, dass man es versäumt hat, sie rechtzeitig zu sammeln. 

Zu entdecken gibt es einiges,  z.B. Eduard Bäumers „Selbstporträt“ oder Klassiker wie Alfred  Kubin, Alfred Hrdlicka, Gustav Klimg, Oskar Kokoschka,   oder  Egon Schiele, Beeindruckend ist, wie intensiv Kinder und Jugendliche von Museumspädagogen oder Lehrern betreut die Ausstellung erkunden.

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©Michaela Schabel
Zu sehen bis 13. April 2020