Potsdam – Museum Barberini „Licht und Farbe – Der Neoimpressionist Henri-Edmond Cross“ 

Ausstellung Barberini präsentiert von schabel-kultur-blog.de

 

„Ich glaube, ich habe einen Schritt in Richtung reines Licht getan“, schrieb Henri-Edmond Cross 1894. Er irrte nicht, wurde zu einem der bedeutendsten Vertreter des französischen Neoimpressionismus und bereitete durch seine Wertschätzung der Farbe als eigenständiges Gestaltungsmittel den Weg Richtung Abstraktion.

Zusammen mit seinem Freund Paul Signac entdeckte Henri-Edmond Cross (1856-1910) an der Côte d’Azur die Magie der sonnendurchfluteten Farben. In dem südfranzösischen Künstlerstädtchen St. Clair, wo er fast 20 Jahre verbrachte,  änderte er seinen Malstil. In der Stille und Ruhe des Landlebens, dem absoluten Kontrast zur Pariser Großstadthektik, wichen die dunklen Farben den hellen Stimmungen Südfrankreichs. Hinter den idyllischen Landschaftsbildern mit Blick auf die Küste, pittoreske Baumgruppen, nackte Menschen, die dem Müßiggang frönen, steckt die anarchische Vision irdischer Paradiese.

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©Michaela Schabel

Verklärt malte Cross die ländlichen Höfe als Idyll zwischen Mensch und Natur. Die sozialpolitische Problematik des explodierenden Industriekapitalismus mit Landflucht und Ausbeutung der Arbeiter wurde ausgeblendet.

Die Motive ähneln sich, fangen aber durch die lichtdurchflutete Farbigkeit mit viel Sonnengelb, flimmernden Grün- und Blautönen und Wasserspiegelungen  immer neue atmosphärische  Stimmungen ein. Die Bilder wirken durch die Harmonie zwischen Farbe, Form und und Rhythmus wie eingefangene Glücksmomente, sind heute noch Stimmungsaufheller und spiegeln die Côte d’Azur in ihrer zauberhaften und dekorativen Ursprünglichkeit als Sehnsuchtsort für poetische Seelen.

Die Ausstellung im Potsdamer Barberini „Licht und Farbe – Der Neoimpressionist Henri-Edmond Cross“ zeigt in 100 Ölbildern, Aquarellen und Zeichnungen erstmalig das Lebenswerk diese Künstlers in Deutschland, möglich nur durch die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Museen und  Privatbesitzern.

Zu sehen bis 17. Februar 2019 im Museum Barberini  Potsdam