München – Ausstellung zum 40-jährigen Jubiläum der VOGUE Deutschland

Ausstellung VOGUE Deutschland in der Villa Stuck präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel

Die Jubiläumsausstellung „Ist das Mode oder kann das weg?“ will Zeitreise durch 40 Jahre Modemagazin sein, Modeästhetik als Ausdruck des Zeitgeistes untermauert mit sozial politischen Schlagzeilen aus vier Jahrzehnten.
1979 wurde die deutsche VOGUE in München neu etabliert. 1928/29 war sie schon einmal ein Jahr lang in Berlin herausgegeben worden. Christiane Arp ist seit 2003 Chefredakteurin der deutschen VOGUE. Zusammen mit Michael Buhrs und Martin Fengel kuratierte sie die Ausstellung. Mit wegweisenden Fotografien aus dem VOGUE-Archiv, stilbildenden Modeshootings und einem Überblick über die wichtigsten Reportagen und unveröffentlichtem Material wird geworben.
Das hört sich sehr interessant an, verliert zuweilen in der Präsentation an Wirkung, da sich Besucher mühsam aus einem Skript die Zuordnungen erschließen müssen, was wegen fehlender Zuordnungen nicht immer möglich ist.
Das Entré besticht durch drei Modekostümen von Gaultier, Browne und Galliano umgeben von großformatigen Farb- und Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die die Eckpunkte der Modefotografie zwischen natürlicher Anmut, originellem Eyecatcher, Life-Style-Story und surrealer Verfremdung aufzeigen.

©Karl Lagerfeld

Doch bereits die historische Dokumentation kommt über einen beliebige Schlagzeilen-Mix und entsprechende Reportagen-Replik nicht hinaus. Von Jürgen Tellers Fashonstory im Jubliäumsjahr bleibt außer Sandra Hüller mit Plastikspitzbusen wenig in Erinnerung. Die Hommage an Karl Lagerfeld degradiert zum Sammelsurium-Kabinett mit zwei Originalkostümen als Blickfang.
Einen sehr interessanten Ansatz bietet Ugo Rondinones großartige Fotoserie „I Don´t Live Here Anymore“ mit der HInterfragung der Geschlechterrollen in der Modefotografie. Das VOGUE Atelier gibt die Einblicke in die Gestaltung des Magazins und dabei indirekt in die Produktion und Vermarktung von Luxusgütern, für die VOGUE wirbt. Zukunftsweisend beleuchtet die Thematik „Nachhaltigkeit und Mode“ Weiterverarbeitungsmöglichkeiten bis zur Regenjacke aus PET-Flaschen, die überleiten zur Frage „What´s next?“ Antworten bieten Alice Potts Kristallforschung aus Schweiß oder Herstellung von Garnen aus Bakterienzellulose, womit man Kleider ohne Nähen einfach zusammenwachsen lassen könnte.
Zu sehen bis 12.01. in der Villa Stuck