München – Ausstellung „Raffael 1520-2020“ in der Alten Pinakothek

Öl auf Holz, 131 x 107 cm

© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, München, Foto:Margarita Platis

Von 1504 bis 1508 hielt sich Raffael (1483 – 1520) vor allem in Florenz auf und setzte sich sehr kreativ mit den Aufsehen erregenden Schöpfungen von Leonardo da Vinci und Michelangelo auseinander. Auf diese Weise konnte er im Wettstreit der Florentiner Maler bestehen und bedeutende Aufträge an sich ziehen. Die größten Erfolge feierte Raffael allerdings in Rom. Dort vollendete er in seinen letzten zehn Lebensjahrzehnt viele berühmte Tafel- und Wandbilder.

Die Ausstellung „Raffael 1520-2020“ fokussiert auf sein Gemälde „Heilige Familie von Canigiani“ in einer Sommerlandschaft. Das Bild bestellte Domenico Canigiani, ein vermögender Florentiner Tuchhändler und Parteigänger der Medici, anlässlich seiner Hochzeit im Jahr 1507. Bereits vor 37 Jahren, anlässlich von Raffaels 500. Geburtstag, wurde das Bild in München  restauriert. Unter einer deckenden Übermalung traten dabei acht auf Wolken schwebende Engel zu Tage. Sinnbildlich erzählen sie von der wechselvollen Geschichte des ersten „Raffaels“ in Deutschland. Gleichzeitig zeigt das Gemälde Raffaels Malweise in seiner Florentiner Zeit, wo er die leuchtende Farbgebung und symmetrische Bildkomposition des Landschaftsmalers Fra Bartolommeos  übernahm und  Raffaels durch Blick und Gestik verflochtene Figurenkonstellationen mit ganz eigenen Charakteren und Handlungsmotiven. 

Ausstellung "Raffael 1520-2020" in der Pinakothek München präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Heilige Familie Canigiani“ Raffael (ca. 1507) Öl auf Holz, 131 x 107 cm© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, München

In der Ausstellung tritt Raffaels „Heilige Familie Canigiani“  mit  einem  Gemälde von Friedrich Overbeck  aus der Neuen Pinakothek und einem Porzellanbild von Christian Adler, einer Leihgabe der Bayerischen Schlösserverwaltung, einem Porzellanbild von Christian Adler, in Dialog, wodurch Raffaels Bedeutung für die romantischen Maler sichtbar wird. Der ‚katholische Raffael‘ stellte für die in Rom lebenden Nazarener um Overbeck 1789-1869) das nachahmenswerte Vorbild dar. Overbecks „Maria und Elisabeth mit Jesus und Johannes“ übernimmt Leuchtkraft und Bildmotiv der Renaissance. Im Auftrag von Ludwig I schuf der Nymphenburger Porzellanmaler Christian Adler (1787–1850) eine Serie von verkleinerten Porzellankopien bedeutender Werke aus der Alten Pinakothek, um „die Kopien der vorzüglichsten Bilder in Schmelzfarben für die Nachwelt zu erhalten, wenn endlich der Zahn der Zeit die Originale zerstört haben wird.“ Adlers Version der Darstellung ist ohne Engel. 

Eine Altartafel von Pietro Perugino und ein Werk von Fra Bartolommeo erinnern daran, dass Raffaelo Sanzios Karriere in der Toskana begann.

Zu sehen ist „Raffael 1520-2020“ in der Alten Pinakothek in München bis 11. November.