München – Ausstellung „Orlando“ im Literaturhaus , kuratiert von Tilda Swinton

Ausstellung "Orlando" im Münchner Literaturhaus präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Courtesy the artist

Virginia Woolfs »Orlando« (1928) erzählt die Biografie eines jungen Adligen, der mehrere Jahrhunderte durchlebt. Der Roman beginnt in der Renaissance. Orlando, ein junger Edelmann, begegnet Elizabeth I. Er altert nicht merklich, erwacht nach einem langen Schlaf plötzlich eine Epoche später als Frau auf. Die Zeitreise geht in der Erzählung bis 1928, in der Verfilmung bis 1990.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Gender-Fotoausstellung, die Tilda Swinton für die Aperture Foundation in New York, kuratierte eine überraschende Tiefgründigkeit. Androgyne Energie, von der schon Virginia Woolf begeistert war, wird über die sexuelle Freiheit hinaus zum Symbol für die  Freiheit von Geschichte, sozialen Hierarchien und  ethnischer Zugehörigkeit, „Orlando“ zur Chiffre dieser Freiheit. Egal ob Mann oder Frau, in der Freiheit der eigenen Identität drückt sich die gesellschaftliche Freiheit aus.

Die Fotografen, darunter Zackary Drucker, Lynn Hershman Leeson, Paul Mpagi Sepuya, Jamal Nxedlana, Walter Pfeiffer, Viviane Sassen  bewegen sich zuweilen sehr plakativ zwischen Kunst, Mode, Gesellschaftsfotografie und historischer Nachahmung. Mit am beeindruckendsten ist Collier Schorrs Serie vom knabenhaften Mädchen zum mädchenhaften Jungen, ohne die Identität in Frage zu stellen.

Ausstellung "Orlando" im Münchner Literaturhaus präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Courtesy the artist and 303 Gallery, New York

In Lynn Hershman Leesons Collagen aus Prominenten und Werbefotos leuchten männliche und weibliche Schattierungen subtil in einem Gesicht auf.

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©Courtesy the artist

Im Münchner Literaturhaus zu sehen bis 12.Januar 2020