Landshut – „Schwarz auf Weiß“- Bilder von Raimund Reiter

Ausstellung "Schwarz auf Weiß" von Raimund Reiter präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel

Schon als Jugendlicher experimentiere Raimund Reiter mit Schwarz-Weiß-Fotografien. Die Fotografie wurde ihm schnell zu wenig. Er wollte mehr mit der Hand machen und fand in der Druckgrafik die Möglichkeiten, nach denen er intuitiv suchte. Das Denken in Schwarz-Weiß ist ihm geblieben,  bestimmt sein künstlerisches Schaffen und spiegelt sich im  Ausstellungstitel „Schwarz auf Weiß“. 

Das Schwarz der Kohle oder der Druckerschwärze trägt er auf weißes Papier auf. „Was übrig bleibt, ist Licht. Das ist eigentlich alles“, formuliert er bescheiden. Doch seine Bilder zeigen die Kunst „Schwarz auf Weiß“ auf hohem Niveau und lebenslanger Erfahrung.

Ausstellung "Schwarz auf Weiß" von Raimund Reiter präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel

Raimund Reiters Oeuvre ist so umfangreich, dass er alle Räumlichkeiten inklusive der Wandelhalle mit Bildern aus den letzten Jahren bestücken kann.  Nur acht Bilder aus der Serie „Die andere Seite“ in Anlehnung an Alfred Kubins gleichnamigen Romanen stammen von 2005. Hier entführt Weiß als diffuses Licht in unterschiedlichen Variationen durch in andere Welten und zeichnet den Weg vor, den Raimund Reiter in den letzten 15 Jahren konsequent weitergegangen ist. 

Die ohnehin immer etwas melancholisch abgeschottete  Atmosphäre  der Wandelhalle intensiviert er mit der 17-teiligen kleinformatigen Serie „Summertime-Blues 2015“. Über assoziierbaren architektonischen Strukturen blickt der Betrachter wie der Künstler auf Lichtstimmungen in der Natur.

Die Natur  ist Rainer Reiters Fundgrube. „Man muss nur auf den Boden blicken. Schon ist eine Idee da“, erklärt Raimund Reiter. Aus weißen Papierblätter auf feinen Kies gelegt, entstehen, mit Kohle übermalt, Wimmelbilder mit ganz kleinen Motiven, die kaum entdeckt wie bei Vexierbildern sofort wieder verschwinden. Aus dieser Freude am Entdecken schöpft  Raimund Reiter seine Schaffensenergie.Ein zusammengerolltes verknotetes Zaungebilde inspirierte in zu seinen „Spiral“-Bildern, als Radierungen in einem Kabinett, als Kohlezeichnungen im anderen. Lichtspiralen drehen sich senkrecht nach oben, duplizieren sich oder verdichten sich zu Lichtwolken im „Nirwana“ des Alls.

Die Vielfalt dieser Lichtdynamik explodiert  im großen Ausstellungsraum, wo die großen Formate in lockerer Hängung sehr gut zur Wirkung kommen. 

Farbtupfer dazwischen 

„Die Sehnsucht nach Farbe“, gibt Raimund Reiter zu, blitzt schon immer wieder auf. Aber kaum hat er ein Bild in Farbe gearbeitet, verwandelt er es wieder in ein Schwarzes. Wie großartig seine Kunst in Farbe wirkt, zeigen Arbeiten in Preußisch-Blau oder Magenta, gemischt mit anderen Farbtönen. „En Detail“ fügen sich gerade oder gebogene lineare Strukturen zu dynamischen Strukturen, deren rhythmische Dynamik den Betrachter in ihren Bann zieht.

Bis 16. Februar, Di-Fr, So von 13 – 17 Uhr, Sa 11- 17Uhr