Landshut – Neue Galerie „Sjon Brands

©Michaela Schabel

Der niederländische Künstler Sjon Brands ist bekannt für seine skurrilen Vogelskulpturen, seine originellen Readymades und  „Groceries“. Gemeinsamer Nenner aller drei Bereiche, die er derzeit in der Neuen Galerie präsentiert, sind die Skurrilität  der Montagen, die durch die Titel noch mehr ins Reich kurioser Phantasie verweisen oder sich zu gesellschaftskritischen Chiffren verdichten.

Sjon Brands Arbeiten  sind vielschichtig wie sein Leben. 1948 in Tilburg in den Niederlanden geboren, studierte er Maschinenbau, Sozialgeschichte und Bewegungstheater. Er war Fischer, Wirtschaftsforscher, Taxifahrer, Geschichtslehrer, Barkeeper,  Sozialarbeiter  und Schauspieler. 1986 gründete er das „Theater der verlorenen Zeit“ und entwickelte seine eigene Welt der Visualität und Poesie.

Die Vielfältigkeit seiner künstlerischen Arbeiten wird am vielfältigsten deutlich in seinen „Groceries“. Diese Lebenselemente, wie Sjon Brands sie nennt, verweisen auf die wahren Grundlagen physisch-psychischer Gesundheit und gleichzeitig auf fragwürdige  Entwicklungen unserer Zeit. Als  “Akzeptanz“ titelt Sjon Brands den Messinghahn, den er an die Seiten eines dicken Buches befestigt hat. Wie Wasser so bedeutsam ist auch die Weiterleitung des geistigen Wissens.

Ausstellung "Sjon Brands" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel

Umgekehrt wird ein Vogelhaus mit 10 Brutlöchern zum Symbol  nicht mehr realisierbarer „Individualitá“. Eine nackte Männerpuppe avanciert  mit feinem Pinsel gekrönt zur Parodie existentiellen „Optimismus“.

Die „Readymades“ sind wie die „Birds“ Phantasiegebilde, in denen sich zwischen plüschigen Federn und Staubwedeln, aufgeblähten Bäuchen und Flügeln, großen Augen  und trompetenartigen Mündern mitunter menschliche Schwächen in barocker Üppigkeit  mit verschmitzt dadaistischem Humor vom Nachtigallengebalze  bis zum „Regenfluiter“ aufleuchten. Ein Video blendet Sjon Brands großräumig ironische  Installationen, darunter üppige Karusselle  und Fruchtbarkeitssymbolik in sakralen Räumen ein.

Zu sehen  bis 23. Juni in der Neuen Galerie Landshut donnerstags bis sonntags von 15 – 18 Uhr.

Foto: Michaela Schabel

Bildtext: In der kuriosen Welt des Sjon Brands´ gibt es humorvolle „Groceries“, Lebenselixiere, und parodistische Chiffren zu entdecken.