Landshut-Neue Galerie-Herbert Nauderer

Über die Ausstellung Herbert Nauderer in Landshut berichtet schabel-kulturblog.de

Für Herbert Nauderer ist die Zeichnung die unmittelbarste Kunst sich auszudrücken. Aus dem morgendlichen Zeichnen, inspiriert von Musik, entwickelte er ganze Zeichen-Partituren zwischen altmeisterlich und expressiv.

In der Serie „Parasite Island“, aus der Auszüge derzeit in der Neuen Galerie zu sehen sind, wird ein Mausmann zum Label. Er trägt tierische Züge und agiert doch in den Zeichnungen, Fotomontagen, Installationen, Videos und Objekten doch wie ein Mensch, kindlich, dann wieder erwachsen, realistisch oder verformt. Realität und Fiktion verschwimmen zu einem rätselhaften „Mausmannland“.

Über die Ausstellung Herbert Nauderer in Landshut berichtet schabel-kulturblog.de

©Herbert Nauderer

Zu sehen ist auch Nauderers 15-minütiger Film „Parasite Island – Mausmannland“, wo sich die Identität des Mausmanns lüftet. In der Endlosschleife eines bizarr monotonen Abendessens zwischen Vater (Josef Bierbichler) und Mutter (Sibylle Canonica) spiegelt sich die Egozentrik und das Unvermögen dieser Eltern, verortet im schwarzen Umfeld in jeder Beziehung schlichter Verhältnisse. Er mit riesigen Kopfhörern, eigentlich Schalldämpfern, sie mit großen Lauschern entsteht statt Gespräch nur der Rosenkranz gegenseitiger Anklage, während sie schwarze Suppe löffeln und der Mausmann, ihr Sohn, im Nebenzimmer gefesselt, Teller zertrümmert. Die Situation nicht bedrückender sein. Erst als der Sohn die Mutter erschlägt, gewinnt er ein apartes menschliches Aussehen, so Nauderers tiefgründiges Plädoyer für die Entwicklung einer freien Seele. Das geht unter die Haut. ( bis 7. Oktober)

Michaela Schabel