Landshut-Ausstellung „Reunion“ im LaProjects

Ausstellung Reunion im LaProjects präsentiert schabel-kultur-blog.de

Unter dem Titel „Reunion“ kuratiert Jörg Ludwig Arbeiten von sechs Künstlern so geschickt, dass die Arbeiten als Einzelwerke bestens zur Wirkung kommen, gleichzeitig untereinander wunderbar harmonieren, Beziehungen herstellen und die kleine Galerie LaProjects in eine Schatztruhe moderner Kunst verwandeln. Dass Jörg Ludwig zahlreiche Exponate als private Leihgaben anvertraut wurden, darunter auch die ausgestellten Skulpturen Fritz Koenigs und Werke aus dem Privatbesitz der Familie Lachner, beweist sein großes Ansehen als Galerist.

Als „Reunion“, eine Wiedereinigung, zeigt Jörg Ludwig Künstler, die ihm bedeutsam sind, in erster Linie durch die Kunst der Reduktion auf das Wesentliche, allen voran Skulpturen von Fritz Koenig und Alf Lechner.

Koenigs „Würfelepitaph III“ neben Alf Lechners titellosen Stahlkubus  zu sehen bringt Ähnlichkeiten und Unterschiede der beiden Bildhauer auf den Punkt. Ein geknicktes Rohr in Weiß würde man nicht unbedingt mit der Kunst Alf Lechners in Verbindung bringen, zu sehr zielt es auf modernes Design. Alf Lechner war damit zwar sehr erfolgreich, ließ diese Art der Kunst schnell hinter sich und ging aber ganz andere Wege.

Im Gegensatz zu Fritz Koenig und Alf Lechner arbeitet Susanne Tunn mit Laverkit. Sie  belässt dem Naturstein sein funkelndes Geheimnis, formt aus Stein Winkel, in denen seine amorphen glitzernden Strukturen hervorquellen oder in geometrischer Geradlinigkeit als polierte Flächen designt werden. In ihren Bildern schafft sie durch zerrissene schwarze Papierstücke und gezeichnete Linien auf weißen Hintergrund  federleichte Balancestudien, die sehr poetisch wirken und zum geistigen Weiterzeichnen inspirieren.

Werner Haypeters Markenzeichen ist der  Kunststoff. Während  Koenig und Lechner ins Schwere verdichten, visualisiert Werner Haypeter die Leichtigkeit. Gelbe Farbstreifen mit Epoxidharz hinter Plexiglas verwandeln sich in stimmungsaufhellende Lichtmalerei, durch unterschiedliche Rahmen von der Wand abgesetzt ergeben sich zusätzlich schwebende Reliefeffekte,  als Triptychon entwickeln sie eine spirituelle Aura.

Ganz anders, durch intensive Farbflächen  erzielt  Rupprecht Geiger in seinen Grafiken die Leichtigkeit von Form und Farbe. Ein großes blaues Viereck, eine blaue Scheibe halten trotz ihrer formalen Wucht die Balance über einer abstrahierten Landschaft. „Runde Form auf Rot“ entwickelt  meditative Wucht. Im monochromen Rot seiner Bilder der 50er Jahre wird der Schrecken der Kriegsjahre spürbar.

Dazu passt bestens die Farbfeldmalerei Alfons Lachauers. Blaues Rechteck über rotem kämpfen zwei Grundfarben um Terrain, ein Kampf, der bei richtigem Lichteinfall physisch spürbar ist.

Zu sehen bis 9.Februar 2019 in der Landshuter Galerie LaProjects

Foto: Michaela Schabel

Die kleine Galerie LAProject zeigt ganz große Kunst.