Landshut – Ausstellung des Duisburger Kunstvereins

Duisburger Kunstverein in Landshut präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Interessant sind in diesem Fall vor allem die Skulpturen, deren Haptik zum sinnlichen Erlebnis wird und Materialien ganz anders als gewohnt wirken lässt, ganz abstrakt, aber auch narrativ.  Peter Laube biegt ganz feine Birkenholzschichten in ein schwereloses Spiel von  konkaven und konvexen Formen, das dem sich je nach Position immer neue Perspektiven eröffnen. Unter den Händen von Karin Heissen verwandelt sich Plexiglas in schmale Riesenkristalle. Monika Hoffmann entdeckt in großen Steine skulpturale Formen. Mit weißen Fäden und Textilien gestaltet  Gudrun Kleffe Rauminstallationen und „malt“ dreidimensional im Zweidimensionalen.  Angela Schäfer zaubert aus Papier märchenhaft surreal skurrile Traumfiguren als überdeutliche Visualisierungen menschlicher Bewusstseinszustände.

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©Michaela Schabel

Die Malerei zeigt mancherlei Facetten, die aber im Bereich des Bekannten bleiben. In ihren großformatige Abstraktionen lässt Sonja Kalb immer wieder Orange aus dem Untergrund aufleuchten, so dass psychische Landschaften assoziierbar werden.. Dorothee Impelmann dokumentiert in ihren  Bildern den Industrialisierungsprozess ihrer Heimat. Nur noch sporadisch sind hauchdünne Grün- und Blautöne im Einheitsgrau zu finden. Diese emotionale  Polarität gegenüber heimischen Orten  äußert sich in Marayle Küppers Radierungen zwischen neonkalt und heimeliger Illumination. Interessant sind die Holzschnitte Brigitte B Nielsens. In kleinen, ungewöhnlichen extremen Querformaten weiten sich abstrahierte Landschaften, die sich durch unterlegte Fotografien und das Spiel der Linien stellenweise konkreter herauskristallisieren, gleichzeitig  durch die Pastellfarben traumhaft entrückt wirken. Ricarda Kirch collagiert Malerei und Rinde zu Bildern mit Patina von einst oder Objekten, die als Borke mit glitzernden Metallteilchen auf schwarzen Ästen allerdings  schon am Kitsch vorbeischrammen. Bei den Lichtobjekten, gekreuzten Neonröhren oder bunt stylische  aufeinander gestapelten Plexiglasschichten Peer Schönhuts verschwimmen die Grenzen zum Design. Peter Withof collagiert seine Fotografien mit dem Ziel  durch Außen- und Innenperspektiven Distanz und Nähe zu thematisieren, während Paul Jobst im Gewirr in seinen Bildbearbeitungen von technischen Konstruktionen das herausarbeitet, was in der Kunst selten zu sehen ist, das Positive der Technik, die Orientierung und Leuchtkraft im technischen Chaos.

Ein Rätsel bleiben Sarah Blümels Fotomontagen in einer Blackbox als „pleasure for looking“ geheimnisvoll verborgen. Der Blick durch das kleine Loch ist wohl bewusst  anstrengend und verwehrt die durchgängige Realisierung der angekündigten Auflösung der eigenen Identität durch Anpassen an vorgegebene Identitätsmuster.

Zu sehen bis 4. August im Landshuter Kunstverein.