Darmstadt – Ausstellung „Kraftwerk Block Beuys“ im Hessisches Landesmuseum

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©Barbara Klemm, VG-Bild-Kunst, Bonn, 2020

Der Darmstädter „Block Beuys“ wirkt leger, die einzelnen Werke sind wie auf einem Lagerplatz einfach abgestellt. Doch dieser Lagerplatz wird im Sinne Beuys zum Energiespeicher, zum Kraftwerk mit Vorrat an geistiger Wärme und Kreativität. 

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©Hessisches Landestheater Darmstadt, VG-Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto Wolfgang Fuhrmannek

„Block Beuys“ besteht aus 290 Objekten aus den Jahren 1949 bis 1972. In sieben Räumen schuf Beuys ein faszinierendes Künstlermuseum im Museum voller Rätsel und Verwunderungen mit dem Ziel weniger zu verstehen als intuitiv wahrzunehmen, zu erleben und weiterzudenken. Die Objekte, darunter als Leihgabe Beuys Kraftwerk, raumhohe Installationen und ikonische Werke, sind als Vehikel oder Fahrzeug benannt, symbolische Transporter seiner Ideen. 

Gleichzeitig avancierte »Block Beuys« zum Paradebeispiel des internationalen Kunsthandels. Der Darmstädter Industrielle Karl Ströher kaufte alle Werke aus Joseph Beuys‘ Ausstellung im neuen Museum Mönchengladbach und sicherte sich über Jahre den Zugriff auf die weitere Produktion unter der Verpflichtung, alle Werke geschlossen öffentlich auszustellen.1968 erwarb Ströher die umfangreiche Pop Art-Sammlung des New Yorker Versicherungsmaklers Leon Kraushar. Nach einer zweijährigen Ausstellungstournee übergab Ströher seine Sammlung als Dauerleihgabe und machte Darmstadt zum Ort der Avantgarde.

Über „Kraftwerk Block Beuys“  hinaus dokumentiert die Ausstellung wichtige Aktionen Beuys  aus den 60er Jahren. Als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf provozierte er 1963 mit „Festum Fluxorum Fluxus“. Ein Jahr später zeigt das Foto eines Studenten mit blutender Nase, wie turbulent es auf dem  „Festival der neuen Kunst“ der Technischen Hochschule in Aachen zuging. In der Düsseldorfer Galerie Schmela wird 1965 vorgeführt, „wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“. 1966 folgten  die „Infiltration Homogen für Konzertflügel, der größte Komponist der Gegenwart ist das Contergankind“, „Filz TV“, „Mahners“, 1967 die Ausstellungen „Hauptstrom Fluxus“, „Eurasienstab“ und 1969 „Titus Andronicus/Iphigenie“.

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©Hessisches Landestheater Darmstadt, VG-Bild-Kunst, Bonn 2019/1994,  Foto Wolfgang Fuhrmannek

Noch ist die Ausstellung wegen Covid-19 geschlossen. Sollte sich die Lage entspannen, ist „Kraftwerk Block Beuys“ noch bis 24. Mai zu sehen.