Berlin – Vier Künstler konkurrieren um den Preis der Berliner Nationalgalerie

Jedes Jahr haben junge Künstler die Chance am „Kunstpreis der Nationalgalerie“ in Berlin teilzunehmen, gesponsert von vom Verein der Freunde, mit Gabriele Quandt als Vorsitzende und BMW im Hintergrund. Wegen der Renovierung der Nationalgalerie stellen die vier nominierten Künstler im Hamburger Bahnhof aus. Sie bespielen den ganze erste Etage. Anfang der 80er Jahre in Europa geboren, jetzt in Deutschland lebend stehen  sie vor einer großen Wende. Wer gewinnt, bekommt die Chance auf eine große Einzelausstellung und damit eine Eintrittskarte in die internationale Kunstszene.  

©Michaela Schabel

Katja Noviskovas aus Tallinn/Estland   inszeniert ein filigran atmosphärisches Spiel, das eine sehr bedrückende Wirkung entwickelt.  Mit fragilen Roboterwesen in Kombination mit subtilen Klanginstallationen  und einer plakativen Powerpoint-Präsentation lotet sie das Wohin unserer Zivilisation aus. Landschaften verglühen, Wesen aus  organischen und synthetischen Materialien blicken forschend in die Ausstellungsräume,  Roboter, eine seltsame Mischung aus Schläuchen, transparenten Geburtssäcken beherrschen die Realität. Sterilität hat natürliches Leben verdrängt. In einem anderen Raum erinnern bemalte Schilde an archaische Höhlen, während die embryonale Entwicklung des Fadenwurms  vor der Unberechenbarkeit  experimenteller Forschung erschauern lassen.

Roboter sind auch Flaka Halitis Metier. In Pristina im Kosovo geboren ist  der Krieg die Basis ihrer Installation. Ihre humanoiden Roboter  bestehen aus Material aus den Feldlagern der Kosovo Force. Sie liegen in einem grafisch vernetzten Gebiet faul herum. „Mission completed?“ Die Fragestellung oszilliert zwischen Vergangenheit  und Zukunft.

Auf die Möglichkeiten der Selbstdarstellung und Selbstobjektivierung  fokussiert  Simon Fujiwara aus London.

Jedes Jahr haben junge Künstler die Chance am „Kunstpreis der Nationalgalerie“ in Berlin teilzunehmen, gesponsert von vom Verein der Freunde, mit Gabriele Quandt als Vorsitzende und BMW im Hintergrund. Wegen der Renovierung der Nationalgalerie stellen die vier nominierten Künstler im Hamburger Bahnhof aus. Sie bespielen den ganze erste Etage. Anfang der 80er Jahre in Europa geboren, jetzt in Deutschland lebend stehen  sie vor einer großen Wende. Wer gewinnt, bekommt die Chance auf eine große Einzelausstellung und damit eine Eintrittskarte in die internationale Kunstszene.  

©Michaela Schabel

Am Beispiel von Anne Frank, als Wachsfigur in räumlicher Ferne präsent und durch eine Kamera mit zweifacher Bildübertragung ganz nah,  macht  die vermeintlich objektive, sehr nahe Vermittlung von Bildern aus bestimmten Perspektiven die subjektive Wahrnehmung von Anne Franks ursprünglicher Individualität unmöglich. Gleichzeitig wird die einengende Macht scheinbar objektiver Überwachungsmechanismen erlebbar. Beyoncés hellblauer Anzug, den sie bei der Besichtigung des Anne Frank Hauses 2017 trug, ist, als Kunstobjekt nachgebildet, noch als Trivialität der Selbstdarstellung nachvollziehbar. Bei der  Installation von Marie Antoinettes „Golden Guillotine“ inklusive ihrer Ohrringe muss man schon das Programmheft zu Rate ziehen.

Am verstörendsten sind die Videos der französischen Künstlerin  Pauline Curnier Jardin, insbesondere ihr Remake von Jean Genets  homoerotischer Liebesgeschichte zwischen Gefängnisinsassen. „Un Chant d´Ámour“ verwandelt sie in eine Parabel über alternde Frauen , deren unbefriedigte Sinnlichkeit sich in expressiven Bildern der Begierde und Selbstbefriedigung entlädt und von einem Gefängniswärter voyeuristisch beobachtet wird. Sobald ein männlicher Blick Erotik provoziert, beginnt  das Menstruationsblut die weiblichen Beine hinunterzulaufen. Gleichzeitig offeriert sich in Rückblenden die sexuelle Gier als Grund der Inhaftierung und  Spiegelung männlichen Verhaltensweisen. Diese Bilder wird man so schnell nicht wieder los und sie verändern nachhaltig die Wahrnehmung von Frauen im Alter.

Am 12. September wird entschieden, wer den Preis bekommt.