Berlin – „SOUNDTRACK: Biotope – Temporary Protectorate“  – Installationen im Koreanischen Kulturzentrum

Ausstellung "soundtrack" präsentiert www.schabel-kultur-blog.de

Jahrzehnte lang, 1910-1945 wurde koreanischen Kultur durch die japanische Kolonialherrschaft unterdrückt, koreanisch Musik verboten und durch japanischen Sound ersetzt. unterdrückt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Überfremdung durch die USA. 300000 abkommandierte amerikanische Soldaten  halfen vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und der Stärkung des Antikommunismus, dass Südkorea wirtschaftlich, insbesondere verkehrstechnisch auf die Beine kam. Gleichzeitig nutzten die USA durch die Einrichtung eines Fernseh- und Radiosenders, dem einzigen Massenmedium, für propagandistische Zwecke und eine westlich geprägte kulturell Überfremdung mit amerikanischer Populärkultur.

Südkoreanische Künstler wanderten aus, wurden anderswo berühmt. In der Hauptstadt Seoul wurde gleichzeitig  traditionelle Musik neu belebt und mit westlicher Popkultur fusioniert, doch dies blieb ein kurzes Zwischenspiel. Mit dem Militärputsch 1961 und der folgenden Militärdiktatur wurden diese neu erblühte musikalische Kultur wieder ausgelöscht.

Mit drei multimedialen Installationen will Youngho Lee diesen Soundtrack wie ein Biotop schützen und wiederbeleben, in dem  authentisch koreanische Töne  im hektischen Großstädte verweisen. ganz zart und fein erklingen die Originaltöne. Man muss sich konzentrieren in der visuellen und akustischen Überreizung diesen subtilen Töne zu hören.

Eine Installationen fokussiert auf einen High-Tech-Plattenspieler, auf den metallische Mini-Wolkenkrater kreisen, aus deren Schatten sich andere Stadtprojektionen entwicklen.

Mit Leitungen verbundenen Projektionsflächen stellen die Komplexität modernen Lebensstils, in dem typische Trends in Wiederholungsschleife auftauchen. Ein Surfer wird zur Chiffre wie Youngho Lee zwischen den Kulturen balanciert.

Historische Hintergrundwissen  präsentiert Youngho-Lee mit einer  Doppelprojektion des Koreanischen Fernsehens. Über Landkarten und kurze dokumentarische Nachrichtenspots visualisiert sie den technischen Aufbau Südkoreas unter den Amerikanern. Und über allem schweben die koreanischen Klänge, die Youngho Lee mit diesem Kunstprojekt nicht nur  neu beleben will, sondern tatsächlich belegt. denn man möchte diese Klänge intensiver hören.

Bis 16. November 2019