Berlin – „ Li, Geschenke und Rituale“ Ausstellung von Lee Mengwei im Gropius Bau

„ Li, Geschenke und Rituale“ Ausstellung von Lee Mengwei im Gropiusbau präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Guernica in Sand“ ©Laura Fiorio

In der Ausstellung „Li, Geschenke und Rituale“, die das ganze Erdgeschoss des Gropius Bau einnimmt, präsentiert Lee Mingwei 15 Arbeiten aus den letzten drei Jahrzehnten. Herzstück ist  die  monumentale Installation „Guernica in Sand(2006/2020), eine Hommage an Pablo Picassos „Guernica“, allerdings wie in der Praxis der tibetisch-buddhistischen Mandalas in Sand gemalt. BesucherInnen werden eingeladen, barfuß über das Sandbild zu laufen. So wird  es behutsam verändert und später als Ritual der Transformation mit Besen verwischt. 

In „Sonic Blossom (2013/2020) macht Lee Mingwei die tröstliche Wirkung von Musik hörbar. OpernsängerInnen sollten ursprünglich Lieder von Franz Schubert singen, die Lee Mingwei als Kind mit seiner kranken Mutter anhörte und ihm immer noch eine Stütze sind. Diese Arbeit wird unter dem Titel „Invitation for Dawn“ (2020) in eine virtuelle Begegnung umgewandelt. Interessierte Personen können sich über die Website des Gropius Bau für dieses Projekt anmelden. Ausgewählte Teilnehmerinnen werden in den kommenden Tagen über Online-Kommunikationsplattformen virtuell mit OpernsängerInnen zusammengebracht, die der jeweiligen Person ein Lied schenken. Alle SängerInnen stellen im Vorfeld ihr eigenes Repertoire aus drei Liedern zusammen, die für sie ein Zeichen der Hoffnung in der aktuellen globalen Krise darstellen. Anmeldungen für die Teilnahme sind per E-Mail presse@gropiusbau.de  möglich.

Mit der neuen Arbeit „Letter to Oneself“ (2020), die auf dem bereits existierenden Projekt „The Letter Writing“ (1998/20) beruht, motiviert Lee Mingwei die Menschen, Briefe an sich selbst zu schreiben, in denen sie sich mit der gegenwärtigen Situation und den damit verbundenen Ängsten und Hoffnungen beschäftigen. Diese Briefe kann man unter „Letter to OneselfNiederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin postalisch schicken. Sobald die Ausstellung wieder geöffnet wird, werden diese Briefe in der Ausstellung präsentiert.

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„The Letter Writing“ ©Laura Fiorio

„Fabric of Memory“ zeigt, wie persönliche Geschichten in Gegenständen archiviert werden können. BerlinerInnen waren eingeladen, Kleidung und Gegenstände aus Stoff für die Ausstellung einzureichen. Eine von Lee getroffene Auswahl dieser Gegenstände wird als Teil der Installation in Holzkisten ausgestellt, wobei jedes Objekt von einer Anekdote begleitet wird. Sämtliche Objekte und die dazugehörigen persönlichen Geschichten sind in Kürze auf der Website zugänglich. Dann öffnen die beiden Kuratorinnen der Ausstellung, Stephanie Rosenthal, Direktorin des Gropius Bau, und Assistenzkuratorin Clare Molloy in Kurzvideos einzelne Kisten  und lesen die Anekdoten zu den präsentierten Gegenständen vor. Diese Videos werden später während der eigentlichen Ausstellungslaufzeit über die Social-Media-Kanäle des Gropius Bau geteilt.

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„Fabric of Memory“ ©Laura Fiorio

In dem Projekt „The Living Room“ verwandelt der Künstler einen Ausstellungsraum in ein Wohnzimmer. Freiwillige dürfen in diesem Raum als Gastgeber auftreten und ihre eigenen Sammlungen von Objekten mit persönlicher oder ästhetischer Bedeutung präsentieren. So entsteht eine Ausstellung in der Ausstellung. Aufgrund der temporären Schließung des Hauses wird der erste Gastgeber seine Sammlung in mehreren Videos vorstellen, die ebenfalls auf der Website auf den Social-Media-Kanälen zu sehen sind.

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The Living Room“ @Laura Fiorio 

In „Our Peaceable Kingdom“(2020) verbindet Lee Mengwei zwei ganz unterschiedliche Aspekte, den Begriff Frieden und die Kunst von Vorbildern zu lernen. Dazu inspiriert wurde er von „Peaceable Room“ des US-amerikanischen Maler Edward Hicks, In dieser Bildserie verweist Hicks immer wieder auf das Motiv des Friedens, indem Mensch und Tier friedlich miteinander leben. Lee Mengwei folgte der Tradition durch Kopieren von LehrerInnen zu MeisterInnen zu werden und ließ elf MalerInnen  „Peaceable Kingdom“ (1833) kopieren, die wiederum andere Künstlerinnen aufforderten, ihre Version zu kopieren. Gleichzeitig wurden die MalerInnen gebeten Texte über Frieden zu schreiben.

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„Our Peaceable Kingdom“ @Laura Fiorio

Der Ausstellungskatalog, herausgegeben von Silvana Editoriale und Stephanie Rosenthal, erscheint in einer englischen und deutschen Ausgabe und wird ab Mitte Mai erhältlich sein. Auszüge aus dem Katalog werden neben weiteren Ausstellungstexten auf der Website des Gropius Bau veröffentlicht.