Berlin – „Jack´s Jack“ – Jack Whittens erste Einzelausstellung in Deutschland  im Museum der Gegenwart, Hamburger Bahnhof

Ausstellung Jack Whitten präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

.Schon 1973 schuf Jack Whitten  mit „Zulu Tea  Parlor“ ein ungewöhnlich dynamisches Bild. Schwarze Flecken in Grün lassen die ritualisierte Ekstase afrikanischer Tänzer assoziieren.

Aufgewachsen im rassistischen Süden Alabamas der 40er und 50er Jahre  prägten ihn die Exzesse „Kleine Apartheid“ der US-amerikanischen Rassentrennung. Er studierte Kunst in New York, wo er über Willem de Kooning und Franz Kline den Abstrakten Expressionismus kennenlernte und befreundete sich mit afroamerikanischen Künstlern, interessierte sich für Philosophie, Kant, Nietzsche, Husserl, Heidegger, für Freud und  setzte sich in einem surreal-figurativen Expressionismus mit  der eigenen Identitätsfindung auseinander.

In den 70er Jahren wurden seine Bilder  experimenteller. In der Horizontalen spachtelte er mit einem riesigen Rakel Acrylschichten aufeinander, ließ sie trocken, schlitzte sie auf. Relieflandschaften entstanden, mit glühendem Schichtenaufbau. „I make a painting, but I don´t paint a painting.“

In den 80er Jahren begann er nach derselben Methode in der Senkrechten zu arbeiten, collagierte kleine Fundobjekte aus der Stadt und entwickelte in unermüdlicher Arbeit seinen spezifischen Mosaikstil, bei dem er bemalte kleine geometrische Puzzleteile, die keine Zuordnung mehr erlauben, zu großformatigen Bildern zusammenfügt.

Die Ausstellung fokussiert auf 30 Arbeiten, getitelt nach den Menschen, denen er sie widmete. Jack Whitten ordnete ihnen Farben zu, nahm in Form und Dynamik Bezug auf das Schaffen der Künstler, Musiker, Sportler und Politiker. Mohammed Ali entwickelt  als schwarzer erratischer Block vor Schwarz enorme Energie. „Head Lynching“  mit zwei Augen im weiß-schwarz durchwirkten Umfeld ist eine Hommage an die schwarze Kultur, inspiriert von Martin Luther Kings „We Shall Overcome“.

In erdigen Farben schimmert „Duke Ellington“. Fotorealistisch in Grautönen erodiert die Mauer der Begrenzung, Andy Warhol gewidmet, dahinter die Vision einer leuchtenden Freiheit in Rot-Gelb.  Mit „Apps for Barack Obama“ unterstützte  Jack Whitten Obamas zweiten Wahlkampf.

Ausstellung Jack Whitten präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel

Auf grünem Untergrund leuchten die 21 Botschaften in App-Form, mit viel Schwarz, eine deutliche Anspielung auf die innovative Kraft der Blacks,  gekoppelt in der vierten Reihe als Kreise in Schwarz, Weiß, Hell- und Dunkelgrün, das anvisierte Ziel multikultureller Gleichwertigkeit vor ökologischem Hintergrund, gleichzeitig  Imagebild schlechthin für Jack Whittens Mosaikstil und seine Memorial Paintings,  der mit dieser Ausstellung jetzt in Deutschland entdeckt wird.

Zu sehen bis 1. September 2019