Berlin –  Fotografien von Andreas H. Bitesnich im Camera Work 

In originellen Haltungen, fliegend, zu zweit tänzerisch oder akrobatisch ineinander verschlungen, aber immer geometrisch ausgewogen positionier, durch Licht und Schatten bestens in Szene, gelingen skulpturale Kunstwerke, die an Rodin erinnern. Mitunter modelliert ein Hauch von nassen Kleid Rücken und Po noch intensiver heraus. Das ist pure Schönheit, nie vulgär oder anzüglich.

In den Street- und Reisefotografien verblüfft Andreas H. Bitesnich durch Perspektiveffekte. Die vielbefahrene  Avenue des Champs-Elysée wirkt aus der  Vogelperspektive wie ein steiles bergauf bzw. bergab mit Blick Richtung Arc de Triomph. In anderen Bildern wie dem „Freak Show Palazzo“  sucht Andreas H. Bitesnich nach originellen Fassaden und Beschriftungen.

In den neueren Arbeiten aus der Serie „Momentum“ kombiniert Andreas Bitesnich immer zwei Bilder, einen nächtlichen Ausschnitt aus einer Metropole mit Fokus auf eine besondere Lichtfläche im Lichtermeer  und eine verborgene Schönheit der Nacht. Tattoo-Model Ilaria strahlt farbig wie eine Blütenfrau und verführt schwarz weiß wie eine Schlange aus dem Paradies nächtlicher Freuden. Modell Nirmala wird zum afrikanischen Lokruf mit faszinierendem Blick und Lippen  von der Kamera wie eine Goldschmiedearbeit strukturiert. Der Mann zeigt seine Männlichkeit in der schlichten Pose antiker Athleten mit absolut perfekt trainierten Körper. Wesentlich experimentierfreudigere Fotografien sind allerdings auf Andreas H. Bitesnichs Webseite zu entdecken.

Zu sehen in der Fotogalerie Camera Work bis 1. Oktober 2018

Michaela Schabel