Berlin – Ausstellung „Hans Mueller und sein Netzwerk in Wroclaw“ 

Ausstellung im Hamburger Bahnhof präsentiert schabel-kultur-blog.de

Die Ausstellung folgt chronologisch dem Leben Otto Muellers und seinem künstlerischen Umfeld und zeigt den Künstler zu Beginn der Ausstellung  als Maler der „Brücke“ in Berlin (1907-1919) mit bereits reduzierter Körpermodellierung, flächiger Bildgestaltung in erdigen Farben. Nach einer vergleichenden Gegenüberstellung  der Berliner Nationalgalerie und der Schlesischen Kunstakademie in Breslaus wird auf den Stilpluralismus der damaligen Wrozlawer Akademie fokussiert, den die beiden Direktoren August Endel und Oskar Moll propagierten, wodurch sie eine sehr kosmopolitische Atmosphäre in der Wrozlawer Kunstszene etablierten.

Inspiriert von Werken des deutschen Barockmalers Michael Willmann (1630-1706) bildete Oskar Schlemmer seinen Stil des „Schlesischen Barocks“ in Kombination mit den Bauhausdoktrinen heraus, sichtbar in der plastischen Expression seiner Malerei, komplementiert mit Johannes Molzan kubistisch-magische Bilder und Georg Muches Farbfeldkompositionen.

Ausstellung im Hamburger Bahnhof präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Peter McClennan

Die Bilder von Carlo Mense und Alexander Kanoldt bringen in Motiven des „Jüdischen Lebens“ die Neue Sachlichkeit mit ein.

Das Zentrum bleibt Otto Mueller. „Magie und Maske“, „Der Kunstler als Magier“, gängige Motive jener Zeit, zeigen die Facetten dieses Künstlers, inspiriert von seinen Liebesaffären und seinem Leben als Bohéme, als der er sich mit Pentagram im Rauchnebel düster provokativ selbst porträtierte.

Den Abschluss bilden Werke von Otto Muellers Studenten, von denen Horst Strempel und Alexander Camaro in Berlin der  Nachkriegszeit Karriere machten. Isidor Aschheim ging nach Jerusalem, Johnny Friedlaender nach Paris.

Michaela Schabel