Berlin – Ausstellung – „Der Elefant im Raum“ im Hamburger Bahnhof

Ausstellung "Der Elefant im Raum" präsentiert schabel-kultur-blog.

Nicht das Wort, die moderne Kunst ist der „Elefant im Raum“, oft negativ bewertet, entwickelt sie gerade in den großzügigen Räumlichkeiten des Hamburger Bahnhofs mitunter eine energetische Aura.

Unter gleichen Themenaspekten finden sich sowohl in der Kleihushalle als auch im Westflügel des Museums ausgewählte Exponate aus der Sammlung Marx, mit Schwerpunkt auf Arbeiten von Stephan Beuys, die allerdings im Westflügel teilweise schon etliche Jahre zu sehen sind.

Die Kunstwerke wollen „Erinnerung“ provozieren, aber nicht an Ruhm und Ehre.  Amseln Kiefers „Lilith am roten Meers“, Gerhard Merz „Napoli“ und „Venezia“, intensiver  Beuys´„Das Ende des 20. Jahrhunderts“ erinnern an die Schreckensepochen deutscher Vergangenheit. Marcel Odenbachs verbindet in seiner dreiteilige Videoinstallation „As If Memo-ries Could Deveice Me“ marschierende Gleichmäßigkeit mit dem exakt gefalteten Warenangebot unserer Zeit und öffnet den Blick in die Globalplayer-Diktatur.

An einer „Stelle“ im Raum fest verankert, vermittelt sich dennoch durch die an sich traditionell kunstferne Materialität, ihre Verarbeitung und Verortung die Flexibilität ihrer Aura, am besten spürbar in Donald Judds Objekten aus Eisenblech, Aluminium und Plexiglas und in Stephan Beuys „Energiestab“.

„Körper“ spielen mit der Ambivalenz der Geschlechter. Ob Mann oder Frau bleibt in den androgyner Arbeiten Georg Baselitz´ und Mattew Barneys offen. Der menschliche Körper selbst als Material und Ausdruck des Künstlers vermittelt sich über die Performance-Videos von Marina Abramovic und Marc Quinn und natürlich fehlt Beuys´ „Filzanzug“ nicht.

In den Räumen  „Energie“ werden physikalische Momente zu physischen Zuständen, ganz einfach zu erfühlen durch die veränderte Raumatmosphäre durch Dan Flavin Lichtröhren, wesentlich spannender, wenn Jeff Koons in „Two Ball 50/50 Tank“ in der Balance latente  Verschiebungen erkennen lässt und mit intellektuell energetischen Anspruch bei Beuys´ Installation „Das Kapital im Raum“ als Hommage  an Marx´  Weiterwirken durch dessen geistige. Energie. Ausgestellt sind darüber hinaus Arbeiten, Absalon, Carl Andre, Nina, Canell, Brian O´ Doberty,  Fred Sandberg, Franz Erhard Walther, Rachel Whiteread.