Baden-Baden – Ausstellung „Körper, Blicke, Macht. Eine Kulturgeschichte des Bades“ in der Staatlichen Kunsthalle

"Körper, Blicke, Macht. Kulturgeschichte des Bades" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Irwin Leullier

Die großangelegte Schau kombiniert hochkarätige Kunstwerke von Albrecht Dürer über David Hockney, Joseph Beuys und Nan Goldin bis hin zu Paul Chan, Monira Al Qadiri und Thomas Demand mit einer Vielzahl von historischen Objekten und originellen Alltagsgegenständen der Baderituale. Möglich wurde diese umfangreiche Ausstellung durch die Kooperation mit dem Mucem in Marseille.

Schwerpunkt in der Kunsthalle ist räumlich in unterschiedlichen Sektionen getrennt ein weit verzweigtes Beziehungsgeflecht. Darin scheinen politische Implikationen des Badezimmers auf, Geschlechterfragen, künstlerische Rituale und auch Spielarten des Orientalismus mit der Exotik des Fremden und Schönen, meist kombiniert mit weiblicher Nacktheit. 

Im Stadtmuseum bildet eine Installation von Bianca Kennedy das zentrale Ereignis. In Zentrum einer raumgreifenden Holzkonstruktion befindet sich ein Becken befüllt mit transparenten Plastikbällen. Die BesucherInnen können sich in dieses Bällebad setzen und mit einer Virtual-Reality-Brille in einen interaktiven Raum eintauchen, der zwischen Humor und Irritationen in digitale Zwischenwelten entführt.

"Körper, Blicke, Macht. Kulturgeschichte des Bades" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Bianca Kennedy

Im Dachgeschoss des Museums fokussiert und konterkariert die Ausstellung auf den Swimmingpool als Symbol für Sommer, Sonne, Luxus und Gute-Laune-Urlaub. 

Die Ausstellung passt natürlich bestens zu den Bädern der Kurstadt vom Bertholdbad über das Friedrichsbad bis in Berg hinein in die römischen Badruinen, wo die Nutzbarmachung der heißen Thermalquellen im Römischen Reich als Form sozialer Infrastruktur und damals modernster Technik sehr plastisch visualisiert wird. 

In den spektakulären und mittlerweile stillgelegten Räumen des Kneipp-Bades im Friedrichsbad sind Arbeiten moderner Künstler zu sehen

Die Ausstellung dauert  bis 21. Juni 2020.