Ausstellung – „Touch“ Kiki Smiths grafisches Werk in der Münchner Pinakothek der Moderne 

Kiki Smith präsentiert von schabel-kultur-blog.de

Deshalb wählte Kiki Smith ihren ganz eigenen Weg weg vom Trend des minimalistisch Abstrakten hin zum flüchtigen, apokalyptischen Augenblick, der keiner Kunstrichtung eindeutig zuzuordnen ist.

Ganz bewusst wählt Kiki Smith einfache Druckverfahren „homemade“. Fotografisch reproduziert sie spielerisch immer neue Facetten eines Themas konterkariert in serieller Reihung  zu mehrteiligen Werken collagiert das Wissen um Dinge durch die Darstellung metaphysischer Prozesse.

Gesellschaftliche Problematiken eröffnen sich in den Fotocollagen wie ein Deja-Vous-Erlebnis. Zwei Fische durchkreuzen trübe Gewässer. Am Ufer drängen sich Schwäne und Enten um die Futterkrumen der Spaziergänger. Eine Frau mit Kopftuch und zwei Kindern wird, umringt von den Wolfsmäulern, zum bedrohten Opfer.

Oft nimmt sich Kiki Smith ihren eigenen Körper als Modell und zeigt daran generalisierend die Verletzlichkeit des Menschen. In Objektkästen vor dicht möblierten Raumfotos wird Kiki Smith als ausgeschnittene und aufgeklebte Figur als Schmetterling beflügelt zur Metapher für Entfaltung in jeglicher Hinsicht.

Eines ihrer zentralen Fragestellungen ist das Woher des Menschen. In einem langen schmalen Querformat  wird die Befruchtung zwischen gezeichneten Organen und zeichenhaften Symbolen Ausdruck eines archaischen Prozesses, umgekehrt offerieren die Mondphasen in einer geometrisch reduzierten Grafik die latent metaphysische Kraft in sich wiederholenden Rhythmen.

Als besondere Hommage an Kikis Smiths Gedankenfreiheit lässt  das Museum in der im Rahmen einer minimalistisch gehaltenen „Weißen Zelle“ die verspielten lebensfrohen Facetten der Künstlerin in bilderbuchartiger Magie erstrahlen. Hier glitzern Farben, blühen Blumen in Stlllebenmanier, glänzen Vogel-Stern-Motive.

Kiki Smith präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Kiki Smith

Einen Raum weiter hängen die Blumen verwelkt in matten Farben nach unten und unser blauer Planet wirkt als grauschwarze Kugel mit pilzartigen Wucherungen bedrohlich krank.

Michaela Schabel

Foto Michaela Schabel

In  „My blue Lake“ (1995) experimentierte Kiki Smith mit einer 360-Grad-Darstellung zwischen Realität und existentieller Veränderung