Ausstellung – Landshut – „New perspectives“ Fotocollagen von Michael H. Rohde

schabel-kultur-blog berichtet über die Ausstellung Michael H. Rohdes

„New perspectives“ nennt der Berliner Künstler Michael H.Rohde seine Ausstellung im Landshuter Kunstverein. Seit 2016 beschäftigt er sich mit der Sicht von unten, wobei auch sein Leben, als er fünf Monate lang  als Obdachloser lebte, eine Rolle spielt.

Der Blick von unten erfolgt natürlich nicht durch eine Glasplatte. Michael H. Rohde, der sich mehr als Maler denn als Fotograf sieht, „malt“ mit fotografierten Gegenständen und Lebewesen. Er setzt sie zu großformatigen Fotocollagen nach dem Prinzip der Zentralperspektive zusammen. Doch er eröffnet im Gegensatz zur barocken Malerei nicht den Blick in paradiesische Schönheit und Glückseligkeit, sondern zeigt den bunten, teilweise ziemlich hässlichen Alltag von unten. Möbel, Geräte, Menschen, Tiere, Pflanzen strukturiert er durch die Mauern der Wände. Losgelöst von der Schwerkraft scheinen die Dinge zu fliegen. Man könnte auch sagen, sie entschwinden vor Rohdes Hintergrund als Obdachloser.

In den ausgelegten Katalogen über Michael H. Rohdes Arbeiten  finden sich zudem historische Gebäude vom reduzierten Einstein-Haus bis zur opulenten Wagner-Villa, ebenfalls von unten fotografiert. Durch die Zuordnung von Raum und Menschen werden unterschiedliche atmosphärische Wirkungen spürbar.