CD – Felix Reuter „Der verflixte Beethoven“ 

Felix Reuter "Der verflixte Beethoven" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Sonokraft, Hamish John Appleby

Seine Reverenz erweist Felix Reuter Beethoven, indem er die Sonaten, die ihn inspirierten, im Original anspielt und kurz erklärt, was er daraus macht. Meist sind es die Akkorde, die Felix Reuters Kreativität beflügeln. Mit kleinen Tonveränderungen hellt er in der „Petite Sonate Pathétique“ die Stimmungen auf. Über Glissandi sorgt er für Swinggefühl und den dritten Teil verwandelt er beherzt in einen Blues. Den Zorn über den „Verlorenen Groschen“, hörbar in wuchtigen Akkorden, mildert er in eine melancholische Stimmung, die in hohen Tönen optimistischer klingt und zuversichtlich, sozusagen Problem gelöst, in die Tiefe zurückkehrt. Die „Sonata Latina“ entpuppt sich als flotter Samba. Grandios ist „Elises Traum“, in dem Beethovens „Elise“-Motiv nahtlos mit Tschaikowskys „Schwanensee“-Motiv fusioniert, wodurch sich eine wunderbar verinnerlichte Sehnsucht aufbaut. In der „Schlaflosen Mondnacht“ kommt der Kabarettist durch, wenn Felix Reuter Beethoven sehr plakativ à la Richard Clayderman interpretiert. Nicht minder satirisch wirkt die „Ode an das Glück“ zurückdatiert in romantische Sehnsüchtigkeit. Richtig flott komponiert lassen „Ragtime für Elise“ und „Waldstein-Rock“ das Tanzbein jucken.

Das ist charmante Musik für zwischendurch, durchaus mit Ohrwurmcharakter, live auf der Tournee ab März zu hören, wenn die Pandemie es erlaubt, sicher ein Erlebnis im Schnittpunkt von klassischer Musik, kabarettistischem Show-Konzert und amüsanten Informationen. Auf der CD werden die Moderationen bei mehrmaligem Hören schnell zum Störfaktor.

„Elises Traum“ ist als Single bereits im Handel. Die CD „Der verflixte Beethoven Felix Reuter Klassische Meisterwerke modern arrangiert“, Sonokraft, gibt es ab 12. März.