Berlin – „Tanz im August – Special Edition 2020 Online & Outdoor“ 

"Tanz im August" in Berlin 2020 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Ayelen Parolin WEG

Ziel des Tanzfestivals ist jedes Jahr der Austausch internationaler Tanzrichtungen, weshalb es am 21. August mit dem 12-minütigen Dokumentarfilm „After ´WEG`. Memories of a creation“ eröffnet wurde. Ayelen Parolin blickt darin auf den Arbeitsprozess seinen Gruppenstücks „WEG“ zurück. In Gesprächen erklären Tänzer und Mitwirkenden, wie aus ihren individuellen Perspektiven begannen ihre individuell motivierte Darstellungsweise und Tanzenergie  durch Singen, Bewegungen einzubringen und dabei erlebten, wie sie  sich durch das Tanzprojekt als Teil der Natur fühlten  und wie zu einer Familie zusammenwuchsen. Aus der persönlichen Lebenssuche entstand ein ephemeres, sehr dichtes Kunsterlebnis, insbesondere für die Künstler selbst auf ihrem individuellen Weg  sich auszudrücken.

Im Stadttraum sind als Auftakt des Festivals Arbeiten der Hamburger Kompanie LIGNA und des US-amerikanischen Choreografen William Forsythe zu erleben, die Beteiligung und Aktivität des Publikums zum künstlerischen Prinzip machen. 

LIGNA reagiert auf die internationalen Reisebeschränkungen und hat 13 ChoreografInnen aus der ganzen Welt zu ihrem internationalen Radioballett “Zerstreuung überall!“ eingeladen. An vier Terminen – in den Uferstudios und auf einem Parkdeck gleich neben dem HAU Hebbel am Ufer – folgt das Publikum „in solidarischer Distanz“ über Kopfhörer einer Choreografie, die Erfahrungen von Verletzlichkeit und Solidarität thematisiert. 

"Tanz im August" in Berlin 2020 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

 LIGNA©christianAltorfer

Die “UNTITLED INSTRUCTIONAL SERIES (2020)“ von William Forsythe lädt ab dem 21.8., über den gesamten Festivalzeitraum hinweg, mit kurzen choreografischen Instruktionen auf Schildern im Stadtraum PassantInnen dazu ein, verschiedenste körperliche Bewegungen auszuprobieren.

Ein Highlight wird am Sonntag, 23.08., um 18 Uhr die interaktive Performance „American Charmeleon: The Living Installements (2.0)“ von Jaamil Olavale Kosoko.

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©Jaamil Olavale Kosoko

Zusammen mit seinem Team entwickelt er einen virtuellen Begegnungsort, in dem sich schwarz Menschen wohl fühlen können, wenn sie ihre Stimme erheben, um laut zu denken und zu sprechen. Das dreistündige Event am Internationalen Tag der Erinnerung an den Sklavenhandel und dessen Abschaffung beinhaltet Gespräche, eine Healing-Session und die Weltpremiere von Kosokos Film “Chameleon (A Visual Album)”. 

Mit  „1000 Scores Pieces for Here, Now & Later“ koproduziert Tanz im August mit vielen weiteren Partnern eine von Rimini Apparat produzierte Online-Plattform für Scores verschiedener beauftragter KünstlerInnen. Die Beiträge von Chiara Bersani, Maija Hirvanen, Victoria Hunt, Choy Ka Fai und Kettly Noël werden  sukzessive auf www.1000scores.com gezeigt.

Neu ist in diesem Jahr insbesondere die Fragestellung, wie darstellende Künstler in Zukunft unter den Bedingungen der Pandemie  zusammenarbeiten können.  Unter dem Motto „How to be together? Conversations about international exchange and collaboration in the Performing Arts“ gibt es vom 27. bis 29. August einen transkontinentalen Dialog zwischen tourenden KünstlerInnen, VeranstalterInnen und Politik. 

Das neue Gesprächsformat „Happy to listen“ ermöglicht un(ter)präsentierten Stimmen Gehör. 

Alle Beiträge sind über die Webseite „Tanz im August“ oder über Youtube mitzuerleben.