Berlin – „Circesque“, Fotografien von Christian Tagliavini in der Galerie CameraWork 

Ausstellung "Circesque" von Christian Tagliavini präsentiert www.schabel-kultur-blog.de

©Christian Tagliavini

„Sideshows“ stellten einst ungewöhnliche Persönlichkeiten mit körperlichen, ethnologischen Besonderheiten oder außergewöhnlichen Talenten aus. In der Phantasie entwickelte sie Christian Tagliavini, unterstützt von Bühnen-, Kostüm- und Maskenbildnern, zu faszinierend ästhetischen Kunstwesen in surreale Situationen, deren sublimer Magie man sich kaum entziehen kann. Jedes Porträt wird zu einem artistischen Kabinettstück. Exotische Menschen mit wunderschönen Körpern, exotischen Kostümen und surrealen Kunststücken entführen in phantastische Welten.

Tagliavinis Fotografien sind nicht nur Bilder, sondern Geschichten, meistens von Frauen. Den Hintergrund bilden wallende Samtstoffe, vor denen sich die Körper in einer Porträtpose, auf einem kleinen Podest oder mitten im artistischen Spektakel sehr plastisch abheben. Hautenge, mitunter skulpturale wie Blumenknospen geformte oder transparente Kostüme bringen ihre Körperformen erotisch zur Wirkung. Konzentriert blicken die Frauen auf die Betrachter. Ihr Blick signalisiert Würde, Haltung, Selbstbewusstsein, mitunter Einschüchterung. Ein Mädchen wird zum Inbegriff einer Lolita zwischen verführerischer Dominanz, so manchen Erfahrungen und menschlichen Enttäuschungen. 

Ausstellung "Circesque" von Christian Tagliavini präsentiert www.schabel-kultur-blog.de

©Christian Tagliavini

Eine andere Schönheit tanzt auf einem Seil, dasan  einer Seite von Luftballons gehalten wird. Eine andere zeigt geheimnisvoll und verführerisch aus verschiedenen Perspektiven ihren voll tätowierten Körper. 

Ausstellung "Circesque" von Christian Tagliavini präsentiert www.schabel-kultur-blog.de

©Christian Tagliavini

Christian Tagliavini, 1971 in der Schweiz geboren, in Italien aufgewachsen, lebt und arbeitet in der Schweiz. Er studierte Graphikdesign, woraus sein komplexes Verständnis seiner  fotografischen Arbeitsweise resultiert.  Für seine Serien „1503“ und „1403“ inspirierte ihn die Renaissance. In „Circesque“ verdichtete er seine stilistischen Mittel und seine Bildsprache enorm.

Christian Tagliavini zählt nach Informationen der Galerie CameraWork, die seine Arbeiten vermarktet, zu den einflussreichsten Fotografen der inszenierten Porträtfotografie. Die Ausstellung „Circesque“ ist in der Berliner Galerie CameraWork bis 20. Februar zu sehen, derzeit allerdings nur online über die Galerie-Webseite.